Hornhechte am Aggersund

Im Mai 2016 waren die Freunde am Wasser am Aggersund zum Hornhechtfischen.

20160523_114755Die vier Seiten um die Aggersundbrücke können nicht unterschiedlicher sein!

Fange ich mal auf der Südwestseite an, dort befindet sich ein kleiner Sportboothafen mit einer seichten Bucht bis zum Brückendamm. Hier kann man direkt, ohne nasse Füße, an die Fahrrinne herankommen. Ein wenig Standfestigkeit sollte man besitzen, um nicht zwischen die großen Steine der Mole zu rutschen.

Die Südostseite besteht aus einer langen Sandbank, die eine Wathose erfordert, um an die fängigen Stellen heran zu gelangen. Bei höherem Wasserstand reicht die Wathose jedoch nicht aus, um an der Fahrrinne zu fischen – zu tief! Auch die teilweise starke Strömung sollte beachtet werden.

Die Nordostseite ist da ganz anders. Auch hier findet man eine Sandbank, welche aber wesentlich flacher ist. Bei Niedrigwasser steht man direkt an der Fahrrinne nur bis zu den Knien im Wasser.

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Die Kante zur Fahrrinne ist gut zu erkennen.

Die Nordwestseite wird durch eine Schiffsanlegestelle, einer ehemaligen Muschelfabrik, gebildet. Auch hier kann man trockenen Fußes angeln und dabei sogar die großen Poller als Sitz nutzen. Allerdings ist ein Molenkescher (Spundwand-, Senkkescher; wird an einer Schnur oder ähnlichem nach unten gelassen) notwendig, um den erheblichen Höhenunterschied (ca. 3m) überwinden zu können.

Reguläre Parkplätze befinden sich hinter dem Sportboothafen und der ehemaligen Muschelfabrik, daher ist es egal, wo man fischen möchte, man muss nie lange laufen.

Genug der Schwafelei über die Örtlichkeit.

Was kann man dort überhaupt fangen? Einfach und schnell beantwortet: Im Frühjahr natürlich den Hering, gefolgt vom Hornhecht. Das ganze Jahr über stellt der Aggersund eine hervorragende Meerforellen-Strecke dar. An den Kanten der Fahrrinne kann man gut den flachen Gesellen nachstellen. Durch den freien Rückraum an allen Stellen ist der Aggersund auch für die Fliegenfischerei sehr gut geeignet.

20160523_133451Der Hornhecht kann sehr selektiv gefischt werden, indem man lediglich die Silkekrogen, ohne Haken, als Köder nutzt. Die Seidenschlaufen haben kein nennenswertes Gewicht und werden daher wie Fliegen gefisch. Zwei Methoden bieten sich an, das Fliegenfischen mit entsprechendem Gerät oder wer diese Technik nicht beherscht kann Spirollino/Ghost als Wurfgewicht an der herkömmlichen Spinrute nutzen.
Die Fäden verfangen sich in dem Hornhechtschnabel, wie in einem Klettverschluß. Aus diesem Grund darf kein Anhieb, wie gewohnt, gesetzt werden. Ganz im Gegenteil, ein Spinstop ist angesagt, damit die Zähne sich gut in der Seide verfangen können. Wer dennoch nicht auf die Mefo verzichten möchte kann die Seide in den Hakenbogen eines Einzelhakens einschlaufen.

P1010880Der Aggersund bietet, durch seine Sandbänke, die Möglichkeit bis an die Kanten zur Fahrrinne heran zu waten. Leichtes Gerät mit Monoschnur ermöglicht spannende Drills. Weite Würfe sind nicht nötig, schön entspannt die Köder heraus schlenzen und ohne großes Gewicht in den Händen fischen. Hier hat Benno den riesen Vorteil, er wohnt nur zehn Autominuten vom Aggersund entfernt.

P1010871Man erkennt sehr gut, wie wir dicht bei einander an der Kante stehen. Die Bisse kamen genau an der dunklen Linie, wenige Meter vor unseren Füßen.

Mit Freund Dennis Knoll konnten wir an lediglich drei Tagen 98 Hornis zum Landgang überreden. Die Hornis wurden ausnahmslos mit Silkekrogen (Seidenhaken; aus dem dänischen übersetzt) gefangen.

20160527_161302Die Hornhechtfischerei ist sehr kurzweilig und ganz besonders an so einer Örtlichkeit kann man direkt neben einander stehen und mit einander quatschen. Freude über jeden Fang wird gleich in der ganzen Gruppe geteilt. So wird dieser Tripp im Mai 2017, im Rahmen der Rapsblütentour 2017, wiederholt. Es wird wohl ein fester Termin im Kalender werden. Wer Lust hat kann sich uns gerne anschließen. Sprüche wie, ich kann nicht angeln, ich fange eh nichts und ich kann das nicht, werden nicht akzeptiert. Bei der Tour wird es eine kleine Einführung in die UL-Fischerei (UL=ultra leicht) auf Hornhechte geben, diverses Gerät steht zur Nutzung und zum Probieren bereit. Keiner wird ohne Fisch nach Hause gehen!

In Zukunft werde ich meine neue 3m-Rute mit 6gr. max. WG und einem 4gr-Ghost nutzen, Rute krumm bis ins Handteil, spannender kann ein Drill nicht werden. Die Einhandwürfe schonen auch meinen Rücken, trotzdem gilt, Schmerzen sind geil. Ihr wisst nichts damit anzufangen?  – Einfach mitkommen und es selbst erfahren –

Ein Gedanke zu „Hornhechte am Aggersund

  • 28. August 2016 um 9:00
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    Eine sehr gute Beschreibung!
    Gruß Benno

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