Zum Nachdenken

Überlebensanzug, Thermo, Floating – Anzug ?

Was bedeutet das für den Angler?

Die Verwirrung fängt schon beim Namen an:

Mein erster Anzug hielt viele Jahre

Thermo-, Flotation- oder Überlebensanzug? Damit fängt die Verwirrung an.

Was habe ich denn nun?

Überlebensanzüge werden auf Bohrinseln und auch in der Schifffahrt verwendet. Diese Ausführungen kommen jedoch zum Angeln eher nicht zum Einsatz. Nicht praktisch genug und außdem sehr teuer.

Der Thermoanzug hält in erster Linie nur warm und sollte nicht zum Meeresangler verwendet werden. Ein über Bord gefallender Angler würde nur in seiner Bewegungsfreit eingeschränkt sein.

Flotation-Anzüge (eine ISO – zertifziete Schwimmhilfe) bietet etwas mehr Schutz vor Ertrinken und vor Kälte.

Voraussetzung ist, das alle Klettbänder an Hals und Arme verschlossen sind.

Beim ein tauchen ins Wasser dringt das Wasser in den Anzug ein.

Das ist auch richtig so!

Die Wasserschicht zwischen Haut und Anzug ist dann praktisch deine Isolierung und erweitert dein Zeitfenster zur Rettung.

Durch die grellen Farben ist ein auffinden des über Bord gefallenen Anglers wesentlich leichter.

Am Anzug sind Signalstreifen angebracht, die in der Dämmerung und bei Dunkelheit Scheinwerferlicht reflektieren und somit ein Auffinden im Wasser begünstigen.

 

Ein Schwimmanzug ersetzt aber nicht die Schwimmweste!

Außdem ist ein Floating – Anzug wind und wasserdicht und hält obendrein warm. Wer hat schon Lust zum Angeln wenn er friert?

 

Bei einer Wassertemperatur von 10 Grad beträgt die Zeit, in normaler Kleidung, bis zur Bewusstlosigkeit nur etwa eine Stunde ( je nach körperlicher Verfassung ).

Je kälter, je schneller!

Mein neuer Anzug

Was passiert wenn ein “ Mann über Bord“ ist ?

Nun könnte man sagen das eine Stunde sehr lang ist aber zunächst muß ein Wendemanöver eingeleitet werden.

Schreck und Panik kommen bei den über Bord gegangenen so wie bei dem Bootsführer auf!

Der Bootsführer muss das Wasser absuchen um die Person zu finden.

Bei Wellen und der normalen Dünung gar nicht so einfach. Manchmal kann man ein Boot das grademal 100 Meter weit entfernt ist stundenlang nicht sehen.

Das kann dauern!

Der Bootsführer leitet bei Sichtung das Wendemanöver ein und man kann hoffen das er an die betreffende Person kommt und kein weiteres Manöver starten muß. Durchaus möglich das ein paar cm fehlen und weitere Manöver erforderlich sind.

Die Zeit läuft gnadenlos!

Kann der Bootsführer die Person packen ist die Gefahr jedoch noch nicht vorbei denn noch ist der Mensch nicht im Boot.

Vielleicht langt die Kraft nicht um 50, 60, 70 kg aufwärts ins Boot zu ziehen.

Bleibt nur den Verunglückten soweit wie möglich aus dem Wasser zu ziehen und schnellstens ans sichere Ufer zu kommen.

Die Zeit läuft gnadenlos!

Ans Ufer?

Das ist oft unmöglich denn steile Felsen verhindern eine Landung. Eine Fahrt in den Heimathafen kann dauern.

Wie weit bin ich denn weg?

Steile Felsen verhindern das Landen!

Sicherer ist es sofort einen Notruf zu starten und nicht versuchen aus Scham die Situation allein zu meistern!

 

Ich habe meinen ersten Anzug durch einen Sprung ins Wasser getestet.

Der Auftrieb war erfreulich hoch und ich spürte die isolierende Wirkung nach kurzer Zeit. Das bringt zwar nicht viele Stunden aber manchmal sind 5 Minuten entscheidend.

 

Zum Nachdenken

Wenn du über Bord gehst kommt dein Ablaufdatum verdammt schnell näher!

Benno Karnatz

Benno Wer ich bin ? Mit 11 Jahren hielt ich das erstemal eine Angel in der Hand hatte aber keine Ahnung wie diese benutzt wird. Hilfe bekam ich nicht denn niemand in meiner Bekanntschaft angelte. Mein Vater hatte gar kein Verständnis für dieses Hobby und seine Bemerkung: „ Dat wird doch nix!“ Das spornte nur an. Ich verbrachte meine Kindheit fortan am Wasser! Angeln das ist wie ein Beruf denn du lernst nie aus. Langsam stellten sich Erfolge ein. Ganz langsam! Probiert habe ich fast alles, konnte mich aber nie auf eine Angelart festlegen denn alle Techniken sind intresant für mich. Beruflich verschlug es mich vor 5 Jahren nach Nordjütland. Ein Angelparadies! Hier zu wohnen, das hat sehr viele Vorteile für einen Angler. Seit ich hier wohne habe ich mich auch etwas mehr im Internet bewegt und bin dabei auf fishbuddies gestossen. Internetbekantschaft funktioniert so etwas? Ja! Nicht nur Bekanntschaft, sondern auch Freunschaft. So habe ich Lany und Arne als Freunde am Wasser kennengelernt und bin sicher das wir uns noch öfter treffen werden. Eine zweite Leidenschaft habe ich noch: „ Ich koche und entwickle gern neue Fischgerichte“ Meine dritte Leidenschaft ist das knipsen mit meiner Aldi – Kamera. Diese drei Dinge kann man natürlich super verbinden. Das Ergebnis kann man manchmal im Blinker ( Anglerzeitschrift) bewundern. Aktuell in der Ausgabe 8. August. Wenn ich darf werde ich hier manchmal aktuelles aus Nordjütlnd berichten. Ich wünsche allen Freunden am Wasser viel Petri Heil! Gruß Benno

Ein Gedanke zu „Zum Nachdenken

  • 29. Januar 2017 um 11:06
    Permalink

    Danke Benno für diesen eindringlichen Text!!!

    Im Kajakforum kann man regelmäßig von Unglücken lesen, viele gehen gar nicht gut aus.
    Jedes Jahr kommen die Meldungen über vermisste Angler in Nord- und Ostsee, Norwegen und Dänemark. Für viele Angler ist der Thermoanzug zur Falle geworden, sie kannten eventuell den Unterschied nicht.
    Ich selbst bin kein Maßstab für Andere, so bekloppt muss keiner sein, zu viele Nothilfeeinrichtungen, aber jeder der ein Boot besteigen will, sollte sich vorher etwas Gedanken machen, wie er auch wieder sicher an Land kommt. Es ist nicht die alleinige Aufgabe des Bootsführer.

    Dir wünsche ich viele schöne Ausfahrten, ohne irgendwelche Zwischenfälle, mit dem neuen-alten Kutter und lass noch paar Fische für uns übrig.

    Gruß Arne

    Antwort

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