Wie kam ich zum Kajak?

Wie kommt man darauf von einem Kajak zu angeln?

Bis zum Jahr 1997 hatte ich lediglich vom Motorboot gefischt.

Ich wollte aber direkter ran und flexibler werden, so auch schnell zum nächsten See oder an die Küste. Also habe ich mir ein Bellyboat zugelegt. Für einen See sehr gut, Spinfischen top, aber Schleppen geht kaum. Trotzdem habe ich tapfer durchgehalten, Fotos gibt es zum Glück keine.

Im Jahr 2003 kam meine Frau auf die Idee ein Kanu zu kaufen.

Als ein Mensch, der an der Ostsee aufgewachsen ist, war ich natürlich gleich dafür und die Suche begann.

Auch als Angler kamen mir gleich ein paar Ideen.

Einige Touren später war ich von dem Kanu gar nicht mehr so begeistert. Es war schwer, langsam, windanfällig und beim Angeln nicht gut einsetzbar. Des weiteren hatte ich Kajaks öfters auf dem Wasser beobachten können und fand sie einfach sehr interessant.

Zurück zum Händler (Kanusport-Erkner) und zwei Kajaks wurden bestellt.

Mittlerweile schrieben wir das 2005 und die neuen Kajaks waren rechtzeitig zum Urlaub geliefert. Ein schönes Ferienhaus in Dalarna/Schweden gebucht. Der Ort zwischen Särna und Idre wurde unser Ausgangspunkt. Eine Angelberechtigung mit detaillierter Karte über die zur Berechtigung gehörigen Gewässer war direkt im Haupthaus des Särna Camping problemlos zu kaufen. Nette Beratung, leider nur in Englisch.

Jetzt konnte es losgehen, Kajaks aufs Dach und ab zum nächsten See. Kaum 20 Minuten später waren wir am Ufer und konnten alles Aufbauen.

Schleppen auf Forellen. Wenig Erfolg aber viel Spaß in einer grandiosen Natur.

    

Langsam lernte ich wie ich in diesem Landstrich zu angeln habe und die Fänge wurden besser.

Vom Wasser aus konnten wir einen wilden Bären, unzählige Rentiere und Elche sehen. Wenn man in einem Kleinboot sitzt und keinen Lärm verursacht, interessieren sich die Tiere kaum für einen.

     

Was für ein Naturschauspiel in diesem Land.

Sich dabei auf das Angeln zu konzentrieren fällt wirklich schwer.

Mein Kajak war in klassischer Bauweise (Wilderness Systems Pungo 120) gebaut, also mit einer Einstiegsluke.

Ein Rutenhalter war nicht montiert und daher alles etwas unbequem. Manche Bisse konnten nicht verwertet werden, weil ich nicht rechtzeitig an die Rute kam und die Rute konnte auch nicht den ersten Ruck abfedern. Sie lagen parallel zum Kajak und ragten lediglich wenige Zentimeter über.

Langsam kam mir der Gedanke, dass ich wieder das falsche Boot habe.

Nach dem Urlaub also wieder zum Händler. In der Zwischenzeit habe ich einige Infos gesammelt und der Händler nahm auch das Boot nach dreiwöchiger Nutzung zurück, echter Service.

Mein neues Boot, ein Wilderness Systems Tarpon 140 Angler, hatte ein Ruderblatt und einen Rutenhalter.

Jetzt konnte ich auch ein Stechpaddel nutzen, mit dem ich nicht mehr gegen die Rute schlage, im Gegensatz zum Doppelpaddel. Eine Seite die Rute, andere Seite kann gerudert werden. Das Doppelpaddel nutze ich nur noch, wenn ich eine Tour, ohne zu angeln, fahre. Es ist dann doch entspannter.

Durch den Bootsrutenhalter konnte ich jetzt Schleppen wie von einem normalen Boot aus.

Mir fehlt nur noch der Downrigger.

Als SOT (SitOnTop) war auch der Ein- und Ausstieg sehr viel einfacher. Auch wenn Wellen über das Boot schlagen, läuft das Wasser selbständig ab.

Bei einer Kenterung machte sich die Bauweise als SOT positiv bemerkbar, ich habe mich nicht im Boot verhakt und war sofort in der Schwimmposition. Auch das Hineinklettern gestaltete sich, durch die offene Sitzschale, einfach, das mitgezogene Wasser lief ab und ich konnte weiter machen.

Nun saß ich da und heulte, weil ich den Materialverlußt von fast 1000,- € bemerkt hatte.

Ich nutze jetzt lediglich zwei Ruten, eine Rute mit Multirolle zum Schleppen und eine Spinrute mit Stationärrolle. Seitlich hinter dem Sitz sind zwei Steckhülsen. In einer Hülse steckt der Kescher mit kurzem Stiel und in der Anderen die ungenutzte Rute. Vor dem Sitz sind Gummibänder, unter denen die Köderboxen fixiert sind. Eine recht minimalistische Materialpolitik, im Gegensatz zu den meisten anderen Kajakanglern, bei denen die Yaks aussehen wie Lastenesel.

Nach der ersten Kenterung und erheblichen Materialverlußt an Ruten, Rollen, Ködern und dem ganzen Zubehör hatte ich gelernt alles mit Sicherungsleinen zu versehen, sowie keine unnötigen Materialmengen mehr an Board zu haben.

Mittlerweile fahre ich das Kajak zwölf Jahre. Viele schöne Fische konnten aus Seen, Flüssen, Nord- und Ostsee gelandet werden. Fotos kann ich kaum liefern, weil ich meistens allein bin und keine Fangfotos nur mit Fisch auf Fußboden mache. Das Boot hatte mich auf einigen Reisen nach Dänemark, Schweden und Norwegen begleitet. Auch im Drill von kapitalen Fjordfischen bietet das Yak immer eine verlässliche Plattform.

Aus geringem Interesse wurde eine echte Passion, so kann man zu einem Hobby und aufs Kajak kommen.

Fragen zum Bericht, der Örtlichkeiten oder Material beantworte ich gern.

Allen noch viele traumhafte Stunden am Wasser.

Gruß Arne

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