Fischen mit Sbirolino

Der Sbirolino ist für Spinfischer ein unverzichtbares Zubehör.

Auf dem Bild seht ihr eine kleine Auswahl, sie wird später genauer beschrieben.

Zur Entwicklung des Sbirolinos nur kurz, vor ca. 25 Jahren begann sie in Italien und wurde später durch Dänen perfektioniert. Wiederum haben die Italiener die Methode an ihren Forellenseen weit ausgebaut und praktisch zur Wissenschaft erklärt.

Sbirolinos sind die Wurfgewichte für Köder, die praktisch kein eigenes Gewicht besitzen. Fliegen sind die gängisten Köder in dieser Kategorie. Beim Fliegenfischen ist die Schnur das Wurfgewicht, beim Spinfischen ist es der Sbirolino. Nur ist der Sbiro wesentlich flexibler was den Köder anbelangt und nicht auf Fliegen beschränkt.

Silkekrogen können einfach in eine Schlaufe am Ende des Vorfachs eingeschlauft werden und allein als Fliege genutzt werden. Es ist der hakenlose und absolut selektive Köder für Hornhecht. Bitte bei den Silkekrogen beachten, dass auf keinen Fall ein Anhieb gesetzt wird. Die Fäden funktionieren nach dem Klettbandprinzip, ein Anhieb könnte die Fäden aus dem Schnabel lösen. Eher dem Druck etwas nachgeben, damit sich der Horni ordentlich in den Fäden verfangen kann. Ich selber nutze bei der Hornhechtfischerei eine Rute mit 3gr. max. WG und 270cm Länge, auf der Rolle befindet sich eine 0,12mm Monoschnur. Die Spitze ist farbig markiert um die Bisse besser erkennen zu können, das Winkelpickerprinzip. Das Wurfgewicht stellt der später beschriebene Ghost in slim mit 3gr. dar. Das Vorfach hat hier eine Länge von ∼100cm mit einer Stärke von 0,3mm, um Schnurbruch durch Abrieb zu verhindern. Ihr staunt über das leichte Gerät? Es ist der Bereich des Extrem-UL-Fisching, die Länge der Rute mit der Mono-Schnur und einer guten Rollenbremse kann auch großen Hornis Paroli bieten. Bei einem Hornhechtdrill eine bis ins Handteil runde Rute in der Hand zu halten ist unvergesslich.

Sind große Wurfweiten von Nöten und die Fische nehmen nur kleine Köder wie Miniblinker, Twister, Miniwobbler oder kleine Gummifische ist der Sbirolino die erste Wahl. Durch die unterschiedlichen Bauweisen können jegliche Köder in der entsprechenden Tiefe angeboten werden. Ob schnelle, langsame, flache oder tiefe Führung, die Sbirolinofamilie bietet immer das richtige Modell. Die Köderführung sollte auch mit dem Sbiro variantenreich sein, der Spinstop ist hier immer gern gesehen, genauso ein Tempowechsel kann den Fisch zum Biss reizen. Es verhält sich wie beim herkömmlichen Spinfischen, nie den Köder eintönig durchs Wasser ziehen.

Die Bombardas sind meist klein, schwer und schnell sinkend. Die Besonderheit, die Sinkgeschwindigkeit wird in Gramm angegeben. Im rechten Bild Eigengewicht 15gr. und 1gr. Sinkgeschwindigkeit.

  

Der Sbirolino wird in den unterschiedlichsten Varianten angeboten. Von schnell sinkend bis schwimmend, durchsichtig, undurchsichtig, rund, oval, länglich oder was auch immer. Meine Favoriten sind die durchsichtigen und langsam sinkenden Modelle.

  Auch hier sind die Eigenschaften aufgedruckt.

Der Ghost nimmt eine Sonderstellung ein, er wird nicht aus Kunstoff, wie sonst alle anderen, sondern aus Glas gefertigt. Auch die sehr geringen Gewichte, ab 1gr, bis 12gr., und in oval oder länglich (slim) machen den Ghost für den UL-Bereich sehr interessant. Durch diese Art verfügt der Ghost über die selben Lichtbrechungseigenschaften wie Wasser und macht seinem Namen alle Ehre.

Dartcaster nehmen eine Sonderstellung unter den Sbirolinos ein. Durch die Flügelbauweise haben sie eine sehr stabile Flugbahn, schwimmen aber auch sehr leicht auf. So mancher, der die Dartcaster sich neu zugelegt hatte, beklagte die mangelnde Wurfweite. Die Gemeinde der Sbiro-Nutzer wurde durch die Dartcaster gespalten, entweder man liebt sie oder man hasst sie. Jeder sollte sie selbst testen und feststellen in welche Gruppe er gehört.

In vielen anderen Berichten wird die Vorfachlänge mit 70cm bis 120cm angegeben. Im Grunde auch richtig. Es gibt Situationen, in denen man sich trauen sollte/muss die Längenvorgabe deutlich zu überschreiten. Ich selbst nutze ein bis zu 250cm langes Vorfach, wenn ich eine große Wurfweite erziehlen muss und dazu große und schwerfällige Sbiros (20gr bis 25gr) nutze. Die angehängte Fliege könnte in ihrem Spiel behindert und die Fische durch eine entsprechend große Scheuchwirkung verschreckt werden. Bei den langen Vorfächern (ab 120cm) muss die Flugbahn des Sbiro genau beobachtet und die Schnur kurz vor dem Wasserkontakt des Sbiro gestoppt werden, damit sich das Vorfach streckt. Die Vorfächer neigen sonst dazu sich um den Sbiro zu wickeln.

Damit kommen wir zu Materialfrage. Lange Vorfächer benötigen lange Ruten, bis hin zur 360cm langen Karpfenruten, echte Weitwurfraketen. Das Ganze sollte so bemessen sein, dass der Sbiro ca. 20cm unter der Rutenspitze hängt und der Köder sich dann in Höhe des Rollenfuß befindet. Mit dieser Regel werden die Vorfächer nie zu lang für die genutzte Rute. Die Vorfachlänge sollte die 70cm nicht unterschreiten, bei Ködern mit Eigenleben (Blinker & Wobbler) nicht die 100cm unterschreiten, sonst wird der Lauf der Köder behindert. Natürlich ist der Umgang mit langen Vorfächern nicht einfach aber gut erlernbar. Von leichtesten UL-Ruten bis zu 2lbs-Ruten von den Carphuntern ist alles drin und nur an den Zielfisch anzupassen. Nutzt für den Anfang Eure gewohnte Spinrute, seht ob es Euch überhaupt Spaß bringt und in welchen Bereich Ihr die Köder baden wollt, dann kann die Rute durch einen Neukauf angepasst werden.

Fluorocarbon ist bei mir die einzige Wahl für Vorfächer, nicht beschichtet, sondern Vollfluorocarbonschnüre. Dieses Material hat annähernd den gleichen Lichtbrechungswinkel wie Wasser und ist fast unsichtbar für die Fische. Um Schnurbruch zu vermeiden, der durch den Kontakt mit Steinen leicht zustande kommt, verwende ich recht kräftige Durchmesser. Sie stören nicht, da unter Wasser nicht sichtbar.

Egal für welche Form oder Köder Ihr Euch entscheidet, eine spannende und erfolgreiche Fischerei erwartet Euch.

Bei der Rapsblütentour wird ein Schwerpunkt die Sbiro-Fischerei sein. Es werden die gezeigten Formen und die passenden Köder vorgestellt. Einfach sich eine Unterkunft im Bereich West-Himmerland suchen, kurze Mitteilung an uns, wir wollen alles gut vorbereiten und schon gehts los.

Was Euch dort erwartet? Natürlich viel Spaß und gute Fänge!

Gruß Arne

Ein Gedanke zu „Fischen mit Sbirolino

  • 4. April 2017 um 17:42
    Permalink

    Gut das du bei Silkekrogen erwähnt hast das kein Anhieb gesetzt wird .
    Das hab ich total Unterschlagen!
    Danke für deine ausführliche Arbeit.
    Gruß aus Nordjütland
    Benno

    Antwort

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